Ver­trau­en ist die Wäh­rung unse­rer Zeit

Man­geln­des Ver­trau­en ist der größ­te Erfolgs- und Glücks­ver­hin­de­rer, den es gibt. Ver­trau­en macht Men­schen kraft­voll und hand­lungs­fä­hig. Teams sind inno­va­tiv und pro­duk­tiv. Und so sind Unter­neh­men erfolgreich.

Doch was ist Ver­trau­en überhaupt?
Mar­tin fängt hoch moti­viert in der Mar­ke­ting­ab­tei­lung eines Kon­zerns an. Die neue Auf­ga­be macht ihm Spaß und er kann sei­ne Kom­pe­ten­zen ein­brin­gen. Doch er bekommt mit, dass die Mit­ar­bei­ten­den viel über­ein­an­der trat­schen und auch über den Vor­ge­setz­ten läs­tern. Es herrscht kein Ver­trau­en mit­ein­an­der zu reden, so wird nur über­ein­an­der gere­det. Das Team steht unter Zeit­druck, weil Pro­jek­te in kur­zer Zeit ter­min­ge­recht umge­setzt wer­den sol­len. Außer­dem struk­tu­riert sich das Unter­neh­men um. Auch das braucht Res­sour­cen. Mar­tin ver­sucht, mit den ande­ren zu reden, doch er erlebt kein ech­tes Team­ge­fühl. Mit der Zeit ist er so frus­triert, dass er kün­digt. Im neu­en Job ist er nun zufrie­den, denn er erlebt Mit­ein­an­der und Wertschätzung.
Feh­len­des Ver­trau­en ist in eini­gen Unter­neh­men All­tag. Zusam­men­ar­beit im Team funk­tio­niert nicht. Der Vor­ge­setz­te kon­trol­liert stän­dig. Ver­trau­en in Vor­ge­setz­te fehlt. Lee­re Ver­spre­chun­gen sei­tens des Unternehmens.
Natür­lich liest sich die Unter­neh­mens­phi­lo­so­phie mensch­lich anspre­chend. Papier ist gedul­dig. Doch wie wird sie gelebt? Kom­pe­tenz, Enga­ge­ment, guter Wil­le – das ver­pufft, wenn Men­schen ein­an­der nicht ver­trau­en. Angst, Feh­ler zu machen, weil die­se nega­tiv gewer­tet wer­den, blo­ckiert die Mit­ar­bei­ten­den, sich krea­tiv und inno­va­tiv ein­zu­brin­gen. Der hohe Anspruch, der an Men­schen gestellt wird, ist nur schwer zu erfül­len. Bei feh­len­dem Ver­trau­en neigt der Mensch zu einer inne­ren Abwehr­hal­tung. Dann wird bei der Arbeit nur gedros­sel­ter Ein­satz gebracht.
Man­geln­des Ver­trau­en ist die Ursa­che für Miss­erfolg – für Mensch und Unter­neh­men. Die Fol­ge davon ist, dass wir nicht mit­ein­an­der, son­dern neben­ein­an­der her oder gar gegen­ein­an­der leben. «Jeder ist sich selbst der Nächs­te» ist da die gän­gi­ge Aus­sa­ge. Miss­trau­en und Kon­trol­le kos­ten den Men­schen enorm viel Zeit, Ener­gie und Ner­ven. Der wirt­schaft­li­che Scha­den ist enorm. Unter­neh­men sind bis zu 20-mal wirt­schaft­lich erfolg­rei­cher, wenn Ver­trau­en herrscht. Wel­ches Unter­neh­men kann es sich leis­ten, die­sen Fak­tor außer Acht zu lassen?
Ver­trau­en ist der Schlüs­sel zum Erfolg. Ver­trau­en und Selbst­ver­trau­en bedin­gen sich dabei. Ver­trau­en am Arbeits­platz ent­schei­det, ob Mit­ar­bei­ten­de ihr Poten­zi­al einbringen.
Sil­ke sah in ihrem erlern­ten und aus­ge­üb­ten Beruf kei­ne lang­fris­ti­gen Zukunfts­aus­sich­ten mehr. So ent­schied sie sich für einen Wech­sel. Aber was woll­te sie machen? Vor ihrem Auge war ein gros­ses Fra­ge­zei­chen. Zur Über­brü­ckung absol­vier­te sie eine Wei­ter­bil­dung, um Zeit zur Refle­xi­on zu gewin­nen. Am Ende der Wei­ter­bil­dung frag­te die Kurs­lei­te­rin Sil­ke, ob sie Inter­es­se habe, selbst die­se Kur­se zu geben. Sil­ke schau­te sie mit gro­ßen Augen an «Ich? Ich habe doch kei­ne Ahnung davon.»
Die Kurs­lei­te­rin sah Kom­pe­ten­zen in Sil­ke, die sie selbst noch nicht sah. Sie schenk­te ihr Ver­trau­en und ermun­ter­te sie. Heu­te ist Sil­ke schon über 20 Jah­re erfolg­reich als Kurs­lei­te­rin und Trai­ne­rin tätig.
Das Ver­trau­en in und von Mit­ar­bei­ten­den ent­schei­det, ob sich ein Unter­neh­men posi­tiv ent­wi­ckelt und im Wett­be­werb bestehen kann. Ver­trau­en­de Mit­ar­bei­ten­de arbei­ten enga­gier­ter und moti­vier­ter. Sie über­neh­men Ver­ant­wor­tung nicht nur für ihre Auf­ga­ben, son­dern schau­en auch mal nach rechts oder links über ihren Tel­ler­rand hin­aus. Dabei den­ken sie im Sin­ne des Unter­neh­mens. Krea­tiv und inno­va­tiv set­zen sie sich für die Belan­ge des Unter­neh­mens ein. Zufrie­de­ne Mit­ar­bei­ten­de spa­ren dem Unter­neh­men viel Geld, denn zum einen sind sie viel sel­te­ner krank. Zum ande­ren blei­ben sie dem Unter­neh­men loy­al ver­bun­den. War­um zu einem ande­ren Unter­neh­men wech­seln, wenn es einem beim jet­zi­gen Unter­neh­men gefällt? Die Arbeit und die Per­son wert­ge­schätzt wer­den? Sind die Zusam­men­ar­beit und das Mit­ein­an­der im Team gut und ist das Ver­hält­nis zum Vor­ge­setz­ten wert­schät­zend auf Augen­hö­he, blei­ben Mit­ar­bei­ten­de und damit ihr know how vie­le Jah­re im Unter­neh­men. Jeder Wech­sel eines Mit­ar­bei­ten­den kos­tet ein Unter­neh­men Res­sour­cen – Zeit, Geld, Ener­gie. War­um die­se Res­sour­cen nicht in die Wei­ter­ent­wick­lung des Unter­neh­mens ste­cken statt in stän­di­ge Wech­sel der Mitarbeitenden?
Ver­trau­en ist kei­ne sof­te Kom­po­nen­te, kein «nice to have». Ver­trau­en ist ein mess­ba­rer Wert, der über den Erfolg eines Men­schen und eines Unter­neh­mens entscheidet.
Ver­trau­en schafft Klar­heit und führt somit zu einer offe­nen und ehr­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on. Mit Ver­trau­en lebt der Mensch sein vol­les Poten­zi­al. Und genau dies ist der Gewinn des Unter­neh­mens. Ver­trau­en im Unter­neh­men führt auch dazu, das Ver­trau­en zu Kun­den auf­zu­bau­en. Dies ist der Vor­teil und das wich­tigs­te Gut in einer sich schnell wan­deln­den Zeit.
Wie gelingt Ver­trau­en? Gute Nach­richt: Ver­trau­en kann man stär­ken wie einen Muskel.
Was wür­dest du gewin­nen, wenn du mehr ver­trau­en würdest?

Über die Autorin ….
Bea­te Heu­er­mann ist seit über 20 Jah­ren als Trai­ne­rin und Coach tätig. Ihre Moti­va­ti­on: Ver­trau­en und Mensch­lich­keit. Sie sieht sich als Brückenbauerin.
Gera­de erschien ihr zwei­tes Buch «Be yourself – Auf Kurs in dein erfül­len­des Leben.
Die zwei­fa­che Mut­ter liebt das Was­ser und lebt seit 19 Jah­ren am Zürichsee.

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