San­dra & Robert Hornsteiner

Schatz, wir haben (K)EIN Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem!

War­um ver­lie­ren sich auch abso­lu­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­fis in Bezie­hungs­pro­ble­men? Jeder kennt sie: Die end­lo­sen Dis­kus­sio­nen, die zu nichts füh­ren. Doch war­um löst Reden nicht jedes Problem?

Bril­lan­te Rhe­to­ri­ke­rIn­nen, her­aus­ra­gen­de Füh­rungs­kräf­te und Unter­neh­mer­paa­re wis­sen, wie sie Mit­ar­bei­te­rIn­nen und Kun­dIn­nen mit­rei­ßen und rest­los für sich ein­neh­men. Und doch saßen auch sie an Bezie­hungs­wo­chen­en­den vor uns und frag­ten, war­um sie nicht mehr zuein­an­der­fin­den kön­nen. Ein­mal fiel sogar der Satz: »Im Nor­mal­fall kann ich jeden, mit dem ich spre­che, begeis­tern – außer mei­ne Frau!«

Stellt hier eine pri­va­te Kri­se sogar die Beru­fung infra­ge? Nein! Das ist die gute Bot­schaft: Gera­de sol­che Paa­re haben eben kein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem, son­dern befin­den sich im »Feind«!

Wel­che Macht hat das Reptilienhirn?

Das Rep­ti­li­en­ge­hirn ist evo­lu­tio­när gese­hen der pri­mi­tivs­te Teil des Hirns. Doch damit ist nicht ein­fäl­tig gemeint, son­dern im ursprüng­li­chen Wort­sinn: ele­men­tar. Hier wer­den Instink­te gesteu­ert und durch sie tref­fen wir lebens­not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen in Gefah­ren­si­tua­tio­nen: Kampf, Flucht oder Erstarrung.

Neh­men wir die berühm­ten dre­cki­gen Socken. Die stin­ken auch im über­tra­ge­nen Sinn, weil man doch stän­dig nett bit­tet, sie direkt in die Wäsche zu wer­fen. Da sie jetzt her­um lie­gen, wer­den sie als Gefahr gewer­tet und unser Rep­ti­li­en­hirn gibt die Reak­ti­on aus: Kämp­fen! Und auf den Angriff folgt Über­ra­schung; ein Gegen­an­griff. Und schon wirft man sich alles Stin­ken­de an den Kopf, was man fin­den kann, auch mal die Socken selbst. Wenn spä­ter die Emo­tio­nen abklin­gen, fragt man: »Wie­so um alles in der Welt spre­chen wir nicht wie zwei erwach­se­ne Men­schen miteinander?«

Die Sicht­wei­se ändern!

In Bezie­hun­gen neh­men wir an, der Part­ner ver­fü­ge über das glei­che Ver­ständ­nis wie wir. Wir sind Com­mit­ments ein­ge­gan­gen und schlu­cken daher eine Irri­ta­ti­on nach der ande­ren her­un­ter. Das Resul­tat ist aber nicht das fried­li­che Zusam­men­le­ben, das wir anstre­ben, son­dern dass wir eines Tages unge­plant explo­die­ren. Dann wird es von Mal zu Mal schwie­ri­ger, selbst zu reflek­tie­ren, ob der*die ande­re sich wirk­lich wie ein Ekel ver­hält oder man sich nur zu lan­ge nicht mehr ehr­lich aus­ge­tauscht und Com­mit­ments erneu­ert hat.

Den Feind umar­men, macht ihn bewegungsunfähig!

Was ist in sehr ange­spann­ten Zei­ten der ers­te Schritt zurück in den »Freund«? Sich über die Instink­te des Rep­ti­li­en­hirns bewusst zu sein, denn so ist es mög­lich, nega­ti­ve Reak­tio­nen in Posi­ti­ve zu wan­deln. Da lie­gen dre­cki­ge Socken? Dann war wohl der*die ande­re heu­te Mor­gen mit dem Kopf schon im Mee­ting, weil er*sie im Büro gera­de echt was reißt. Man gibt sei­ner Bezie­hung eine posi­ti­ve Wen­de, indem man sich wie­der vor Augen führt, was man anein­an­der schätzt.

Wenn mög­lich bit­te wenden!

Clint East­wood hat gesagt: »Ich glau­be eine Frau will von einem Mann das Glei­che wie ein Mann von einer Frau – Respekt« In die­sem Sin­ne gestal­ten wir unse­re Bezie­hungs­wo­chen­en­den: Nicht die Freund-Feind-Dyna­mi­ken sol­len sie­gen, son­dern die Liebe:

Wenn hit­zi­ge Streit­si­tua­tio­nen zu emo­tio­nal wer­den, ist es hilf­reich, ein Signal zu sen­den und bewusst die eige­nen Emo­tio­nen zu reflek­tie­ren. So ist es mög­lich, sich dar­über Klar­heit zu ver­schaf­fen, was man in Zukunft bes­ser machen kann und sich dar­über dann ganz in Ruhe und im Posi­ti­ven aus­zu­tau­schen. Berüh­run­gen, Aus­re­den las­sen und der bewuss­te Ver­zicht auf Vor­wür­fe las­sen die Lösungs­fin­dung ganz in den Fokus tre­ten. Wir nut­zen dabei sehr ger­ne einen psy­cho­lo­gi­schen Geheimtrick, indem wir uns nicht wie Kon­tra­hen­ten gegen­über­ste­hen, son­dern gemein­sam aktiv in die glei­che Rich­tung gehen. Wenn es selbst nicht gelingt, die Bio­lo­gie wie­der zu kon­trol­lie­ren, bie­tet unser Bezie­hungs­wo­chen­en­de eine ech­te Chance!

Über die Autoren:

San­dra und Robert Horn­stei­ner sind seit 20 Jah­ren Exper­ten und Men­to­ren für Unter­neh­mer­paa­re und konn­ten schon weit über 100 Paa­ren hel­fen, ihre Miss­ver­ständ­nis­se zu klä­ren und Ver­let­zun­gen zu hei­len. Als Unter­neh­mer­paar sagen sie aus Erfah­rung: Eine glück­li­che Part­ner­schaft ist auch ein Schlüs­sel für beruf­li­chen Erfolg!

www.unternehmer-beziehung.de; in: San­dra Horn­stei­ner; IG: unternehmer_beziehung

Cookie Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die bestmögliche Funktionalität zu gewährleisten. Weiterlesen

Akzeptiere alle CookiesSpeichern